Schwierige gesamtwirtschaftliche Situation wirkt sich auch auf Harzburger Unternehmen aus
Um sich einen tieferen Einblick in die Gegebenheiten vor Ort zu verschaffen, stattete der CDU-Landtagsabgeordnete Rudolf Götz aus Seesen gemeinsam mit einigen heimischen CDU-Ratsmitgliedern verschiedenen Bad Harzburger Firmen und Einrichtungen einen Besuch ab.
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| Landtagsabgeordneter Rudolf Götz (l.) ließ sich vom Geschäftsführer des Autohauses Scholl, Axel Mrozek (2. v. l.), die wenigen verbliebenen Neuwagen vorstellen. Foto: Ahrens |
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So ließ er sich von Geschäftsführer Axel Mrozek und Autoverkäufer Manfred Hohgräwe das Autohaus Scholl vorstellen. Bereits seit 1958 gibt es dieses Unternehmen vor Ort und seit 1965 an seinem jetzigen Standort an der Rennbahn in Bündheim.
Als aktuelles Thema wurde die Abwrackprämie angesprochen. Der derzeitige Boom beim Neuwagenkauf sei, so Mrozek, jedoch nicht auf die staatliche Prämie von 2.500 Euro zurückzuführen, sondern auf den zusätzlich von VW gewährten Nachlass von 750 bis 7.500 Euro - je nach Modell. Als Neuwagen würden nun vor allem die Modelle Fox, Polo und Golf verstärkt nachgefragt werden.
Für Axel Mrozek sei es derzeit noch nicht klar, wie die behördliche Abwicklung der Verschrottungsprämienvergabe konkret ablaufen werde. Zudem schätzte er, dass bereits Anfang April der Topf für die staatlichen Prämien ausgeschöpft sei. Dieser Umstand wiederum werde, befürchtete der Scholl-Geschäftsführer, sicher zu einigen Diskussionen mit den Käufern führen. Weiterhin würden sich Folgereparaturen in der Zukunft durch den jetzigen, sprunghaften Anstieg der Neuwagenkäufe um Jahre herauszögern.
Insgesamt neun Mechaniker sind im Reparaturbereich beschäftigt. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Autohaus Mrozek in Schladen, das Vater und Onkel von Axel Mrozek gehört.
Weit abgelegen im Wald liegt die Firma Obenauf in Eckertal. Dieser Familienbetrieb mit 46 Mitarbeitern stellt Pappen und Kartonagen aus 100 % Altpapier her. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf die Herstellung von Verpackungen für die Stahlindustrie und von Dachbaustoffen mit Pappkern. Der Exportanteil beträgt rund 70 %. Weiteres Standbein wird die zukünftige Altpapierentsorgung der Kreiswirtschaftsbetriebe sein, wofür die Firma den Zuschlag nach der Ausschreibung des Landkreises erhalten hat.
Derzeit wird seit dem 1. März Kurzarbeit gemacht, da die weltweit schwierige wirtschaftliche Lage sich auch auf dieses Unternehmen niedergeschlagen hat. Normalerweise arbeitet der Betrieb in zwei Produktionsanlagen im Vierschicht-System an sieben Tagen in der Woche.
Geschäftsführer Dieter Neidhardt gab sich dennoch optimistisch, dass es in den nächsten zwei Jahren wieder aufwärts gehen werde.
Als Problem sprach Neidhardt die mittlerweile in die Jahre gekommene Zufahrt zum Unternehmen durch den Wald an. Eigner der Straße ist die Stadt Bad Harzburg, die sich nun dieser Angelegenheit annehmen will. So sollen die Asphaltdecke an einigen Stellen erneuert und eine Ampel installiert werden.
Auf dem Gelände des ehemaligen "Bodes Hotel" konnte Rudolf Götz eine Musterwohnung des Junicke & Co. Wohnungsunternehmens begutachten. Von den insgesamt 50 Wohneinheiten konnten bis auf vier bereits alle verkauft werden. Dirk Junicke berichtete davon, dass vor allem ältere Menschen aus Vienenburg, Wolfenbüttel, Braunschweig, aber auch Oschersleben, Quedlinburg und Wernigerode als Käufer Interesse gezeigt hätten.
In Hinblick auf seine Visionen für Bad Harzburg sagte Junicke, dass er den Rückbau der B 4 als vordringlichste Maßnahme für weitere nachfolgende Veränderungen im Stadtbild erachte. Die vierspurige Straße sehe schlecht aus und würde auch nicht mehr in dem Maße wie früher vor der Grenzöffnung frequentiert werden. Durch den Rückbau zur Zweispurigkeit könnten zudem der Burgberg und das Siemens-Ettershaus, dessen Umbau und nicht Abriss er für machbar und dringend notwendig halte, in den Kurparkbereich besser integriert werden.
Rudolf Götz und die Bad Harburger CDU-Ratsmitglieder sprachen sich in jedem Fall für einen Rückbau der B 4 aus. Voraussetzung dafür müsste allerdings die Gewährleistung des ungehinderten Verkehrsflusses sein. Entscheidend dafür sei eine optimale Anpassung der Ampelphasen. Wichtig sei zudem die anberaumte Testphase, die Aufschluss über die Praktikabilität geben könne.
Zu seinen Aktivitäten bezüglich des Burgberges sagte Dirk Junicke, dass ihm die Installation eines Bergparks vorschwebe. So solle ein Landschaftspark mit Harzsagenhalle, Ruinen und Laubengang mit Ulme in der Art eines Klostergartens entstehen. Zudem werde das Restaurant einem eingeschossigen Haus im Stil eines Forstgehöftes weichen, in dem auch einige Gästezimmer angeboten werden könnten. Gastronomisch setzt Junicke auf eine bodenständige, deftige Küche. Mit dem Erbbaurecht hat er zudem auch das Veranstaltungsrecht erworben. Selbstverständlich sei es für ihn, auch andere Veranstaltungen zuzulassen. "Wenn einer eine Idee hat, dann ist er bei mir willkommen."
Junickes bevorzugter Standort für den Bau eines Vier-Sterne-Hotels wäre in der Nähe des Golf-Cafés. Die Schwierigkeit für die Realisierung eines solchen Hotels sieht er nicht darin, Investoren, sondern fähige Betreiber zu finden.
Über eine gute Auslastung ihrer Einrichtung berichtete die Heimleiterin des Seniorenheimes Wichernhaus, Elisabeth Axmann. Derzeit leben dort 154 Bewohner in fünf Wohngruppen. Das Durchschnittsalter liegt bei 86 Jahren. Zudem sind rund 60 Prozent der Senioren demenzkrank. Für diese Bewohner sei ein geschützter Bereich geschaffen worden, so Axmann.
Insgesamt 106 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Senioren.
Nach wie vor in einer schwierigen Situation befindet sich das Wichernhaus hinsichtlich der Inkontinenzversorgung ihrer AOK-versicherten Heimbewohner. Die AOK Niedersachsen war zur Senkung der Kosten von einer bisher monatlichen Pro-Kopf-Pauschale zu einer Direktversorgung gewechselt und hatte diese ausgeschrieben. Der nun zuständige Hygieneproduktanbieter könne, so Elisabeth Axmann, jedoch weder die notwendige Menge noch die erforderliche Qualität der Hilfsmittel gewährleisten. Trotz mehrfacher Gespräche mit der AOK und dem Anbieter sei bisher keine auf Dauer zufrieden stellende Lösung für die betroffenen Senioren gefunden worden. Petra Ahrens
aktualisiert von Petra Ahrens, 17.03.2009, 16:26 Uhr |